Oldtimer IG unterwegs: Creme 21 Rallye 2021

Beigetragen von uwe.s am Dec 06, 2021 - 12:05 AM

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Text & Fotos: Thomas Rosenbach | Am Mittwoch, dem 22.09.21, war es wieder soweit. Wir brachen zur zweiten Teilnahme nach 2019 zur Creme 21 Rallye auf. Wer ist wir? Mein Freund Jochen und ich mit einem Jaguar XJ-S Bj.86 und meine Nachbarn Mark und Stephie mit ihrem Porsche 912E Bj. 76.

 

Erstes Ziel war Staßfurt, wo die Unterlagen ausgeteilt wurden und die technische Abnahme stattfand. Interessanterweise wurden der XJ-S zeitgleich mit dem zweiten XJ-S im Feld abgenommen. Bei diesem handelte es sich um den Dienstwagen von Classic Data, einem Re-Import aus Japan mit wenigen Kilometern und 20 Jahre Ruheaufenthalt in einem Wohnzimmer. Wegen Corona war alles zeitlich gestaffelt. Wir hatten mit unseren Startnummern das Zeitfenster von 16:00-18:00 zum Einchecken. Man hätte noch ein Museum mit DDR Fahrzeugen anschauen können, worauf wir verzichteten und direkt ins Hotel nach Magdeburg fuhren und dann auf Essenssuche in die Stadt gingen…

Start am nächsten Morgen war im Minutentakt in Reihenfolge der Startnummer. Mit unserer Startnummer 153 bedeutete dies 2 ½ h Verzögerung und dementsprechend spätes Ankommen am Abend. Erste Sonderprüfung war ein Slalom auf Schotterpiste, den auch ein Volvo FL-7 LKW absolvieren musste. Bei der Creme21 muss man aber nicht alles ernst nehmen. Die Rallye ist ein Spielplatz für Jungens und Mädels mit ihren vierädrigen Lieblingen. Spaß muss es machen! Sie wurde vor 20 Jahren gegründet als Gegenentwurf zu den Etepetete-Rallyes mit hochglanzpolierten Oldtimern. Ursprünglich für damalige Youngtimer wie Capri und Manta aus den 70ern gedacht, ist es jetzt z.B. ein recht junger BMW-Siebener (E65) mit Bangle Design und komischem Kofferraum.

 

Weiter ging es über wilde Straßen im Osten, Miniatur-Kopfsteinstraßen aus Kaiser Wilhelms Zeiten, durch ausgestorbene Dörfer und riesige Ackerlandschaften mit dementsprechend gigantischen Landmaschinen. Wertungsprüfungen waren unter anderem Kofferfragen wie diese: ein Koffer mit vielem Werkzeug und Le Mans Aufklebern vergangener Jahrzehnte wird gezeigt. Die Frage lautet dann zwei Stunden später: Welchen Durchmesser hat der Ring der Dame, die den Koffer präsentierte.  Zumindest für werkzeugliebende Männer sehr schwierig zu beantworten! Kichererbsen in ein enges Glas fallen lassen, Modellautorennen, Filmsymbole raten hört sich alles einfach an, ist es aber nicht. Die Kichererbsen kleben an den Fingern, die Fernsteuerungen sind extrem scharf eingestellt, und auf die Filmsymbole kommt man vielleicht nur mit Hilfe der netten Damen an den Wertungsprüfung, die etwas Hilfestellung leisten.

 

Mittags konnte man zu Essen und Wertungsprüfung immer noch ein Museum besichtigen. Sehr interessant war beispielsweise das Junckers Museum in Dessau. Eine Spezialität der ersten beiden Tage waren große Umleitungen, die aber nicht im Roadbook standen. Das Feld wurde komplett verwirbelt und vereinte sich nach einiger Zeit letztendlich wieder aus allen Himmelsrichtungen kommend. So kam es dann auch, dass manche erst um 23:00 im Hotel eincheckten und nirgends mehr etwas zu essen bekamen. Wir waren schlauer: Wir ließen in weiser Voraussicht Sonderprüfungen aus. Unser Ziel war es nur nicht als letzte in der Gesamtwertung aufzutauchen, was auch gelang! Tagesziel war am Donnerstag Dresden.

 

Beim Start am Freitag am Elbufer wollten wir eher starten, wurden aber eisern zurückgewiesen. Mit mitgebrachtem Teekocher verbrachten wir die Wartezeit in der morgendlichen Kälte und sahen zum ersten Mal die Autos mit frühen Startnummern. Ziel des Tages war Potsdam mit Zwischenstopp bei der Avus, die an diesem Tag 100-jähriges Jubiläum feierte. Dort am Abend angekommen waren wir eher enttäuscht. Für diese historische Strecke war das Jubiläum eher mickerig. Ein paar Rennwagen und ganz viele Würstchenbuden war alles. Apropos Würstchen. Sie waren mittags unser täglicher Begleiter, mal mit Kartoffelsalat, mal mit Nudelsalat. Dies war mal wieder Corona geschuldet. Ein Restaurantbesuch mit ca. 400 Leuten ist in Coronazeiten schwierig. Deshalb gab es zum Schluss am letzten Etappenziel auch nur den Abendschlussball  in Leipzig als einzige Abendveranstaltung. Schade, weil gerade bei den Abendveranstaltungen kommt man ins Gespräch mit den anderen Teilnehmern, schließt neue Bekanntschaften und hat viel Spaß unter all den Verrückten. Apropos Verrückte: Man sieht nicht nur viel Orange, sondern auch Autos mit den unglaublichsten Ausstattungen und Insassen! Wir freuen uns auf die nächste Teilnahme!

 

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